Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
 
Abstand


VDP NRW: So gelingt Integration - Landtagsabgeordnete Monika Pieper besucht den Schulverbund WIPA

Eine Politikerin als Fragestellerin und Zuhörerin statt als allwissende Entscheiderin – das konnte man beim Schulverbund WIPA in Essen erleben. Die Landtagsabgeordnete und schulpolitische Sprecherin der Piraten, Monika Pieper, nahm sich viel Zeit und informierte sich bei Geschäftsführer und VDP-Vorstand Arndt Paykowski wie frühkindliche Bildung, Benachteiligtenförderung und die Integration von Neuzuwanderern bei freien Trägern praktisch umgesetzt werden - und wie sie verbessert werden könnten.

Die WIPA arbeitet in den Bildungsbereichen Arbeitsmarktdienstleistungen, Kindertagesstätte und Berufskolleg. Ob Kita (mit 45% Migrantenanteil) oder Integrationskurs für Migranten – die WIPA möchte ihre ‚Kunden‘ optimal betreuen. In der Praxis bedeutet das viel Zusatz- und Feldarbeit für den Bildungsverbund.

So kümmern sich in der Kindertagesstätte Pfiffikus mindestens drei Erzieherinnen pro Gruppe um die Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Häufig haben sie Zusatzqualifikationen wie Logopädie und Motopädie. „Insbesondere für Kleinkinder ist die Kita Lern- und Lebensraum um Erfahrungen zu sammeln, die sie brauchen um später erfolgreich in der Grundschule durchzustarten“, meint Arndt Paykowski und hat damit das Konzept der frühkindlichen Förderung schon umgesetzt, bevor es von der Landesregierung als Modellvorhaben in Angriff genommen wurde.

Nach wie vor schaffen in Deutschland zu viele Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf nicht. Alleine 2015 gingen 11 054 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen ohne Hauptschulabschluss von einer allgemeinbildenden Schule ab. Am Rhein-Ruhr Berufskolleg der WIPA werden diese Abschlüsse nachträglich nachgeholt, werden Schülerinnen und Schüler auf Beruf- und Arbeitsleben vorbereitet und von ihren Lehrern mental und sozial unterstützt, um Erfolgserlebnisse zu sammeln.

Die Ausgangslage wird sich in den kommenden Jahren durch die aktuelle Neuzuwanderung verschlechtern. Zum einen müssen Zuwanderer erst die deutsche Sprache erlernen, sich mit kulturellen und beruflichen Gepflogenheiten Deutschlands vertraut machen. Zum anderen entsprechen Schul- und Berufsabschlüsse häufig nicht europäischen Normen. In den Integrationskursen der WIPA hörte die Politikerin von den Teilnehmern wo es noch hapert mit der Integration und dem Sprachenerwerb: Die Schüler bemängelten, dass es durch bürokratische Hürden zu lange dauert, bis sie an einem Integrationskurs teilnehmen können. Anschlüsse an nachfolgende Kurse seien häufig schlecht koordiniert. Die Kursleiter wiederum schilderten, dass die Kursdauer nicht ausreiche, um das angestrebte Sprachniveau zu verfestigen, die Gruppen zum Teil sehr heterogen seien.

Die Landtagsabgeordnete will die Eindrücke und Anregungen, die sie bei der WIPA gesammelt hat, in die Diskussion um den Integrationsplan NRW einbringen, der im Oktober 2016 vom Landtag NRW verabschiedet werden soll. Die Politikerin hat mit großem Interesse aufgenommen, wie sich die Essener Bildungseinrichtungen engagieren und wie die intensive Betreuung durch die Mitarbeiterteams und die persönliche Atmosphäre zu einem positiven Lernklima beitragen.



Der VDP Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. vertritt freie nordrhein-westfälische Bildungseinrichtungen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Hoch- und Fachhochschulen). Der 1901 gegründete Bundesverband und der Landesverband binden ihre Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.

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