Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
 
Abstand


VDP NRW: „Statistik Ausgaben pro Schüler: Nordrhein-Westfalen muss mehr in Bildung investieren“

Nur ein anderes Bundesland investiert weniger in die Ausbildung seiner Schüler wie Nordrhein-Westfalen. Das Land fällt bei den Ausgaben für Schüler an öffentlichen Schulen im Bundesvergleich immer weiter zurück. NRW gab im Haushaltsjahr 2014 pro Schüler 5.900 € aus, der Bundesschnitt lag bei 6.700 €. Die Spitzenreiter Hamburg und Thüringen investierten 8.500 bzw. 8.300 € in die gute Ausbildung ihrer jungen Bevölkerung. Nur Schleswig-Holstein gab mit 5.800 € noch weniger pro Schüler aus, zeigen die in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2014.

Zwar herrschen in den Bundesländern unterschiedlichen Voraussetzungen, müssen  z.B. Ganztagsbetreuung, Erfordernisse in dünnbesiedelten Region berücksichtigt werden. Dennoch lassen sich aus der Statistik interessante Erkenntnisse ableiten. Zum einen ist Nordrhein-Westfalen in der Langzeitbetrachtung der Bildungsausgaben abgesackt. Während die anderen Bundesländer von 2005 bis 2014 ihre Bildungsausgaben im Schnitt um 37 Prozent steigerten, waren es in NRW lediglich 28 Prozent. So vergrößerte sich der anfangs überschaubare Abstand zusehends.

Differenziert man die Ausgaben nach unterschiedlichen Bereichen zeigt sich, das NRW insbesondere bei Investitionen und laufendem Sachaufwand spart. Dazu zählen u.a. Schulbaumaßnahmen und –unterhalt. Hier liegen die Ausgaben je Schüler  im Bundesdurchschnitt bei 1.300 €, Nordrhein-Westfalen ist Schlusslicht mit 800 €. Dies lässt sich an maroden Schulgebäuden und unzureichender technischer Ausstattung unmittelbar ablesen. Das NRW-Programm „Gute Schule 2020“ muss in diesem Licht als Reparaturmaßnahme und nicht als Zukunftsinvestition betrachtet werden.

Der Verband Deutscher Privatschulen NRW e.V. fordert daher, mehr Geld in den Bildungsbereich zu stecken. „Bildung rechnet sich für die Gesellschaft. Jeder hier investierte Euro zahlt sich später bei den Steuereinnahmen und durch Einsparungen im Sozialbereich vielfach wieder aus. Deshalb darf Nordrhein-Westfalen nicht den Anschluss verlieren“, fordert Petra Witt, Vorsitzende des Verbands Deutscher Privatschulen NRW e.V.. Inklusion, die Integration von zugewanderten jungen Menschen, Ausbau des Ganztags und zeitgemäßer Unterricht mit digitalen Mitteln seien Herausforderungen der Gegenwart. Zwar sei beispielsweise mit dem Programm „Gute Schule 2020“ ein Schritt in die richtige Richtung unternommen worden, aber „nun ist der richtige Zeitpunkt angesichts des Haushaltsüberschusses in NRW gekommen, die Weichen im Bildungsbereich weiter neu zu stellen und in die Zukunft zu investieren“, fordert Witt.

Dazu gehöre neben der Bereitstellung von mehr finanziellen Ressourcen für Unterricht, Investitionen und laufende Aufwendungen auch, Mittel für Folgekosten einzustellen. „Es reicht nicht, Schulen mit Breitbandkabeln und Technik auszustatten. Es müssen entsprechende Software und Lernmedien entwickelt, bereitgestellt und auf Stand gehalten werden. Lehrer müssen in der Lage sein, diese Programme und Lehrmittel anzuwenden und pädagogisch sinnvoll, aber auch rechtssicher zu nutzen. Schließlich müssen Soft- und Hardware von Fachleuten gewartet und aktualisiert werden“, zählt Witt die Erfordernisse am Beispiel digitale Bildung auf.

Weiterführende Materialien: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/02/PD17_043_217.html


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