Erstmals mehr als eine Million Privatschüler in Deutschland
14. November 2019

Ausbildungsplätze halten und ausbauen – Kooperationen in den Regionen

Düsseldorf, 04.12.2019 – Die in der Pflegeausbildung aktiven Träger in Nordrhein-Westfalen haben
ein Eckpunktepapier zur Umsetzung der Pflegeberufereform mit dem Titel „Kein Ausbildungsplatz
darf verloren gehen. Keiner kann (soll) mehr alleine ausbilden. Ausbildungskooperationen in den
Regionen im Rahmen der gemeinsamen Pflegeausbildung“ verfasst.
Die Ausbildungspauschalen für die neue generalistische Pflegeausbildung für 2020 und 2021 sind mit
Land und Kassen vereinbart. Darüber hinaus appellieren die Träger-Verbände der Pflegeausbildung in
Nordrhein-Westfalen an die Bundes- und Landesregierung, sich bei der Finanzierung der Anlauf- und
Umstellungskosten auf die neue generalistische Pflegeausbildung sowie bei der Finanzierung der
Miet- und Investitionskosten der Pflegeschulen stärker zu engagieren.
Entscheidend für eine gute Pflegeausbildung sei auch der Ausbau der Studienkontingente in der
Pflegepädagogik, um insbesondere möglichst rasch das Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1:25 auf 1:20
zu verbessern.
Die gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen für die generalistische Pflegeausbildung
unterscheiden sich deutlich von denen der bisherigen drei Pflegeausbildungen in der Gesundheitsund
Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege. Insbesondere
die Einsatzorte und die Einsatzzeiten sind breiter gefächert als dies bisher der Fall war. Erstmals
arbeiten hierbei die Akut- und Langzeitpflege sowie die Krankenhäuser im Kontext der Ausbildung
strukturiert und intensiv zusammen. Zusätzliche und breiter gefächerte Kooperationen werden nötig
sein, um eine gesetzeskonforme Ausbildung zu ermöglichen. Dies erfordert eine enge Verzahnung
der Lernorte der Theorie und Praxis.
Für NRW muss davon ausgegangen werden, dass für rund 18.400 Auszubildende/Schüler im
Krankenhausbereich und rund 18.900 Auszubildende/Schüler im Altenpflegebereich (ohne
Umschüler) die Einsatzorte und die Einsatzzeiten in den aktuell rund 260 ausbildenden
Krankenhäusern und 3.800 ausbildenden Pflegeeinrichtungen organisiert und koordiniert werden
müssen.
Die Träger der Ausbildung wollen sich deshalb im Verbund auf den Weg machen, um eine qualitativ
hochwertige gemeinsame Pflegeausbildung für die jährlich über 37.000 Auszubildenden/Schüler
anbieten und gewährleisten zu können. Gemeinsam muss es gelingen, die Anzahl der
Auszubildenden/Schüler zu halten und noch zu steigern. Dabei sollen unter gemeinsamer
Verantwortung trägerübergreifende Kooperationsbeziehungen der ausbildenden Einrichtungen in
den Regionen (Pflegeschulen, Träger der praktischen Ausbildung) etabliert werden.
Aus Sicht der Träger werden Kooperationen in der Ausbildung den Bedürfnissen der
Auszubildenden/Schüler insbesondere unter Mobilitätsgesichtspunkten am besten gerecht, wenn sie
regional verlässlich ausgestaltet sind (regionaler Charakter).

Die Verbände empfehlen, dass in diesen regionalen Kooperations-/Ausbildungsverbünden möglichst
alle ausbildenden Einrichtungen (Pflegeschulen, Träger der praktischen Ausbildung) der betreffenden
Region trägerübergreifend vertreten sein sollten. Weitere Partner der gemeinsamen
Pflegeausbildung sollten eng mit eingebunden werden und so die Möglichkeiten der
Durchführungsverordnung Pflegeberufegesetz (DVO-PflBG NRW) aktiv genutzt werden.
In diesem Zusammenhang kommt den Träger- und Spitzenverbänden eine unterstützende Rolle in
der Etablierung trägerübergreifender und gefestigter Kooperationsbeziehungen in den Regionen zu.
Hierfür stimmen sie sich auf der Landesebene ab und sind Ansprechpartner für ihre Mitglieder.
Die Träger der praktischen Ausbildung können definierte Aufgaben an die Pflegeschulen übertragen,
indem die Pflegeschulen (eine oder mehrere gemeinsam) als Koordinator/en in den Kooperations-
/Ausbildungsverbünden fungieren und eine zentrale Einsatzplanung, wenn möglich im Sinne eines
Rotationsmodells, organisieren.
Diese Aufgabenübertragung an die Pflegeschulen ist aus Sicht der Träger- und Spitzenverbände in
Anbetracht der komplexen Regelungsinhalte eine sinnvolle und geeignete Maßnahme zur Etablierung
funktionierender Kooperationen.
Quelle: Eckpunktepapier der Verbände „Kein Ausbildungsplatz darf verloren gehen. Keiner kann (soll)
mehr alleine ausbilden. Ausbildungskooperationen in den Regionen im Rahmen der gemeinsamen
Pflegeausbildung“
Beteiligte Ausbildungsträger:
• Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes NRW (Freie
Wohlfahrtspflege NRW),
• Arbeitgeber- und Berufsverband Privater Pflege e.V. (ABVP),
• Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen e.V. (bad),
• Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa),
• Deutscher Bundesverband für Pflegeberufe (DBfK),
• Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (KGNW),
• Landesverband freie ambulante Krankenpflege – NRW e.V. (LfK),
• Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe Landesverband NRW e.V. (VDAB),
• Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V. (VDP NRW)
• Verband der Kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen in NRW e.V. (VKSB).

Pressekontakt:
Norbert Grote, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Friedrichstraße 19, 40217
Düsseldorf, Tel.: 0211/3113930, E-Mail: grote@bpa.de,

Dr. Jörg Henneböle, Verband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen in NRW e. V.
(VKSB), Boltensternstraße 16, 50735 Köln, Tel: 0221-7787835, E-Mail: kontakt@vksb.de

Lothar Kratz, Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V., Referat Politik, PR und Presse,
Humboldtstraße 31; Tel.: 0211/47819-70, E-Mail: lkratz@kgnw.de,

Reinhard van Spankeren, Pressesprecher LAG Freie Wohlfahrtspflege in NRW, Lenaustraße 41, 40470
Düsseldorf, Tel.: 0211/6398-217, E-Mail: presse@freiewohlfahrtspflege-nrw.de

2019_12_04_PM_Eckpunkte_Pflegeausbildung_NRW

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