Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
 
Abstand


Nachbericht:VDP-Bildungsforum – „Unterricht der Zukunft: Digitale Schule wagen“

VDP-Bildungsforum |     08. Mai 2017
 

Mit dem Format „Bildungsforum“ hat sich der VDP eines der wichtigsten Bildungsthemen der nächsten Zukunft angenommen. Die International School of Düsseldorf öffnete ihre Türen für fast 90 Teilnehmer. In verschiedenen Gruppen besichtigten Vertreter unserer VDP-Mitgliedsschulen, weiterer Schulen in freier Trägerschaft und von verschiedenen Verbänden die digital sehr gut ausgestatte Schule und konnten im Unterricht die praktische Anwendung erleben. In anschließenden Vorträgen und in einer lebhaften Diskussion wurden die Anforderungen an einen neuen (digitalen) Zugang zu Bildung unter  verschiedenen Aspekten erörtert.

Von der Integration in den Sportunterricht, über Outdoorlearning mit I-Pad in der Grundschule oder dem Erstellen von Vorlagen  und anschließender Produktion in 3-D-Druckern im Technic-Lab  bis zur Videokonferenz mit Schülern von anderen International Schools im Ausland reichten die Beispiele, die die Teilnehmer sichtlich beeindruckten. Yvonne Gebauer, schulpolitischer Sprecherin der FDP im Landtag, meinte dann auch, sie könne sich ihren Vortrag einfach machen und diese Schule als Vorbild nehmen und anregen, diese in die Fläche zu tragen. Doch die Realität – und die derzeitige Ausstattung – sähe anders aus. Ein erster Schritt in die digitale Zukunft sei, ein sinnvolles Medienkonzept zu erarbeiten, bundesweite digitale Standards (Aufhebung des Kooperationsverbots) zu setzen, die Verankerung in den Lehrplänen zu veranlassen und den Schulterschluss von Wirtschaft,  Hochschulen und Bildungsministerien zur Unterstützung zu suchen.

Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung des Schul- und Bildungssystems? Wie sollte Schule auf das Leben im 21. Jahrhundert vorbereiten? Diesen Fragen ging Referent Prof. Dr. Frank Thissen  von der Hochschule der Medien, Stuttgart, nach. Er ermutigte die Bildungsträger,  die Herausforderungen anzunehmen: „Sie haben den wichtigsten Beruf überhaupt – sie bereiten auf das Leben im 20. Jahrhundert vor. Wenn ihre Schüler mehr wissen als sie – super! Machen sie ihre Schüler zu Lehrern!“  Notwendig seien die folgenden 21st century skills, die sich so umsetzen lassen


Problemlösungskompetenz     projektorientiertes Lernen

Kollaborationskompetenz         Arbeiten in Teams

Kreativität                                      Fehlerkultur

Informationskompetenz             Umgang mit Internet

Medienkompetenz                       Nutzung sozialer Medien

Weltbürgerschaft                         Kooperationen

Selbstgesteuertes Lernen        Verantwortung übernehmen


Simon Head, Schuldirektor der ISD, wiederum suchte die Koalition mit deutschen Schulen, um voneinander zu lernen. Er führte aus, wie sich die Anforderungen in der Schule praktisch umsetzen lassen. Der ‚industrielle‘ Ansatz  von Bildung  lasse die individuellen Unterschiede durch Beschulung verschwinden und produziere standardisierte Ergebnisse. Neues Paradigma sei aber, die individuellen Unterschiede durch Beschulung zu fördern und zu einer Verbesserung der menschlichen Talente zu führen. Sein Ansatz ist eine Schulgemeinschaft, die gemeinsam lernt, ihren Schülern mehr Autonomie einräumt, in einer Lernumgebung ohne Barrieren. Jeder Schüler ist mit einem eigenen digitalen Medium ausgestattet.

Bei der abschließenden Diskussion brachte es Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbandes NRW auf den Punkt: „Wir brauchen keine digitale Bildung sondern Bildung in einer digitalen Welt.“